Fahrzeuge

Das wichtigste an einer Autorennbahn sind natürlich die Fahrzeuge. Hier bietet die Digital132-Serie eine enorme Auswahl, die Jahr für Jahr um neue Modelle erweitert wird, sodass der persönliche Fuhrpark einem kontinuierlichen Wandel unterzogen wird. Allerdings sind die vom Hersteller abgekündigten Modelle im Laufe der Zeit nur noch schwer zu erwerben und steigen auch entsprechend im Preis. Weiterhin besteht über Internethändler die Möglichkeit, amerikanische Modelle zu erwerben.

Nachdem ich zunächst davon ausgegangen bin, dass man sich seinen Fuhrpark lediglich nach seinen optischen Vorlieben zusammenstellt, wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Die Fahrzeuge unterscheiden sich im Fahrverhalten zum Teil erheblich voneinander, sodass man die Wahl hat zwischen wahren Kurvenräubern, die förmlich auf der Bahn kleben, oder aber mit einer Heckschleuder spektakulär seine Runden zieht. Einen Mittelweg gibt es natürlich auch immer, zudem lässt sich das Fahrverhalten durch Entfernen oder Anbringen von Magneten auch nachträglich noch beeinflussen, sodass keine Kaufentscheidung im Nachhinein zum Verdruss über das eventuell schlechtere Handling wird.

VW Golf GTI Tuner 4
(Carrera 30459) Dieses Modell aus dem Starterpaket ist nach meinen Fahreindrücken weder Fisch noch Fleisch. Das Fahrverhalten ist nicht gut genug, um dauerhaft vorne mitzufahren, sonderlich spektakulär sieht eine Runde jedoch auch nicht aus – ein Mauerblümchen auf der Rennbahn.

Die im Vergleich abfallenden Fahreigenschaften verlangen über die gesamte Renndauer volle Konzentration und verzeihen keinen Fahrfehler. Wenn man sich auf das Fahrzeug spezialisiert, sind nach einer Eingewöhnungszeit jedoch durchaus Achtungserfolge zu verzeichnen. Bei VW- oder Golf-Enthusiasten im Fahrerfeld kommt dieses Modell dann gelegentlich in die engere Auswahl, diese verzeihen dann auch die wenig spektakuläre Lackierung.

Opel Manta A Tuner 3
(Carrera 30460) Bei der finalen Fahrzeugauswahl, bei der jeder ’sein‘ Auto auswählt, habe ich leider das kürzere Streichholz gezogen, sodass der Ford Capri bereits vergeben war und meine Entscheidung auf den Opel Manta A fiel, welches nun mein Standartfahrzeug ist. Um als Bahneigentümer mithalten zu können, habe ich das Fahrzeug mit zwei zusätzlichen Magneten frisiert, um die Bodenhaftung zu verbessern.

Im Ergebnis ist der Opel Manta A nun auf der Strecke genauso schnell unterwegs wie der Ford Capri und damit immer ein Anwärter auf das Siegerpodest. Das Spitzenduell entscheiden dann letztlich die taktischen Spielereien aus Tankstrategie und Spritverbrauch.

Ford Capri RS Tuner
(Carrera 30475) Das dritte Fahrzeug aus dem Starterpaket ist derzeit der Garant für die schnellsten Rundenzeiten. Schon von Werk aus klebt der Wagen auf der Bahn und ist nur sehr schwer zu einem ausbrechenden Heck zu verleiteten. Somit lassen sich auch durch Anfänger beachtliche Rundenzeiten fahren, für alle anderen muss der Wagen im Sinne eines spannenden Rennens eingebremst werden.

Audi R8 Safety Car
(Carrera 30465) Das Audi R8 Safety Car wird auf der Strecke als künstliches Hindernis eingesetzt, indem es mit einer fest programmierten und vergleichsweise langsamen Geschwindigkeit seine Runden dreht und durch unregelmäßige Spurwechsel den nachfolgenden Verkehr ausbremst. So entstehen immer wieder spannende Situationen und niemand weiß, ob die eigene gewählte Fahrspur die beste Wahl für eine schnelle Runde ist, denn schon bei der nächste Spurwechselweiche kann sich das Safety Car vor dem eigenen Fahrzeug platzieren, während der Gegner auf der nun freien Spur überholen kann.

Als Rennwagen im direkten Duell mit den anderen Fahrzeugen fällt der Audi R8 deutlich ab, sodass mit ihm leider kein Blumentopf zu gewinnen ist. Nur allzu leicht bricht das Heck aus und genauso schnell verlässt das Fahrzeug auch die Strecke. Für geübte Fahrer ist dieses Fahrverhalten nach einer Eingewöhnungszeit beherrschbar, der ungeübte Fahrer schiebt aber sicherlich schnell Frust. Dennoch möchte ich das Fahrverhalten durch zusätzliche Magnete nicht beeinflussen, denn gerade das unterschiedliche Fahrverhalten der einzelnen Fahrzeuge macht doch einen großen Reiz in den Duellen aus.

Mercedes C AMG – DTM ‚Susie Stoddart‘
(Carrera 30468) Das ultimative Frauen-Auto im Carrera-Fuhrpark – der DTM-Mercedes von Susie Stoddart im auffälligen pinken Design. Wie auf der realen Rennstrecke ist dieser Wagen optisch ein Blickfang, für Siege reicht es aber zumeist nicht. Das Handling ist im Vergleich zum Audi R8 etwas besser, dennoch ist auch dieses Fahrzeug eine echte Heckschleuder. Mit etwas Übung lässt sich ein sehr spektakulärer Fahrstil auf die Bahn zaubern, aber bekanntlich kosten diese Kunststückchen in der Endabrechnung wertvolle Sekunden.

Dennoch wird der Wagen eben wegen seiner Optik gerne gewählt und wenn man im Vergleich zu seinen Mitstreitern nicht ganz so oft durch das Safety Car ausgebremst wird, ist eine Platzierung im Mittelfeld durchaus möglich. Für einen Rennsieg benötigt es dann schon etwas mehr des Glückes – an einem solchen Tag würde ich dann auch gleich noch einen Lottoschein ausfüllen.

Ferrari 599XX ‚Homestead 2010‘
(Carrera 30533) Dieses Fahrzeug hat das mit Abstand beste Licht im Feld und ist damit die bevorzugte Wahl bei Nachtrennen. Das Fahrverhalten würde ich als gutmütig bezeichnen, ein Ausbrechen des Hecks tritt erst im Grenzbereich auf. Durch die im Vergleich enorme Fahrzeuglänge lässt sich das Heck jedoch auch gut wieder einfangen.

Genau diese enorme Fahrzeuglänge ist jedoch auch einer der größten Schwachpunkte: durch die langen Überhänge setzt das Modell in den Steilkurven auf der kurveninneren Bahn unweigerlich auf. Um hier nicht stecken zu bleiben, hilft entweder nur viel Schwung oder die Fahrt über die Außenbahn.